Wir fordern: Schluss mit dem pauschalen Stellenabbau in der Neusser Stadtverwaltung!
Bis 2030 sollen in der Neusser Stadtverwaltung 64 Stellen abgebaut werden. Doch die aktuellen Personalplanungen und das Strategiepapier der Verwaltung zeigen: Diese Vorgabe geht an der Realität vorbei. Deshalb fordern wir, den Beschluss zurückzunehmen.
Im März 2026 beschloss der Stadtrat, den Stellenplan einzufrieren und jährlich durchschnittlich 16 Stellen abzubauen. Doch schon die aktuellen Personalplanungen zeigen, wie unrealistisch diese Vorgabe ist. Der von den Dezernaten angemeldete Personalbedarf liegt deutlich höher.
Die kommunalen Aufgaben nehmen zu. Deshalb wird in vielen Bereichen eher mehr als weniger Personal gebraucht.
Erst Organisationsentwicklung, dann Personalplanung
Auch das Strategiepapier der Verwaltung zur Organisationsentwicklung 2027–2030 widerspricht dem pauschalen Stellenabbau. Es stellt ausdrücklich fest, dass Digitalisierung und Prozessoptimierung zunächst zusätzliche personelle Ressourcen erfordern. Erst danach lässt sich der tatsächliche Personalbedarf verlässlich ermitteln. Ein zu schneller Stellenabbau wird sogar als Risiko für die Qualität der Verwaltungsarbeit benannt.
Wir halten es für völlig widersprüchlich, einerseits eine umfassende Organisationsentwicklung einzuleiten und andererseits bereits vor deren Umsetzung verbindliche Stellenabbauziele festzulegen.
Beschäftigte dürfen nicht zum Sparstrumpf werden
Bereits heute arbeiten viele Beschäftigte der Stadtverwaltung an ihrer Belastungsgrenze. Der geplante Stellenabbau schafft zusätzliche Unsicherheit und erhöht den Druck.
Für uns ist klar: Das Personal der Stadtverwaltung darf nicht zum Sparstrumpf des städtischen Haushalts werden. Die Beschäftigten verdienen Anerkennung dafür, dass sie die Stadt auch unter schwierigen Bedingungen am Laufen halten.
Wer Personal abbauen will, muss auch sagen, welche Aufgaben künftig wegfallen sollen. Ohne eine Reduzierung der Aufgaben oder nachgewiesene Verbesserungen der Arbeitsabläufe bedeutet weniger Personal zwangsläufig schlechtere Dienstleistungen für die Bürgerinnen und Bürger.
Wenn öffentliche Dienstleistungen nicht mehr zuverlässig funktionieren, schwindet auch das Vertrauen in den Staat.
Deshalb beantragen wir in der kommenden Ratssitzung, die pauschalen Stellenabbauvorgaben aufzuheben. Wir wollen eine leistungsfähige Stadtverwaltung mit ausreichend Personal, guten Arbeitsbedingungen und einer durchdachten Organisationsentwicklung statt willkürlicher Kürzungsziele.

