Hier der Text von unserem Direktkandidaten Roland Sperling:

Roland Sperling (Die Linke)

Alter und Beruf: 63 Jahre, Rechtsanwalt

Politischer Werdegang Mit 13 erklärte ich meiner Mutter, mein Berufsziel sei Architekt und ich würde Häuser bauen, in denen Autos, Fernseher und Waschmaschinen im Gemeinschaftseigentum aller stehen. Mit dem Ausruf meiner Mutter, ich sei ein Sozialist, war meine Selbstfindung abgeschlossen. In den 70er-Jahren war ich auf Demos gegen Atomkraftwerke und in den 80er-Jahren in der Friedensbewegung aktiv. Als Mitglied der „Neuen Linken“ habe ich die friedliche Revolution in der DDR begrüßt. In die Linke (damals PDS) bin ich 1998 eingetreten, die ich mittlerweile 20 Jahre im Neusser Stadtrat vertrete.

Welches politische Thema für Ihren Wahlkreis wollen Sie besonders in den Blick nehmen? Gegen „Remigration“ gingen 2024 Tausende auf die Straße, jetzt steht sie offen im AfD-Programm. Ein Erfolg der Rechten wäre schlimm: Hass und Gewalt auf der Straße, Ausgrenzung von Nachbarn, wirtschaftlicher Niedergang, da Kitas, Pflegeheime, aber auch zum Beispiel der kommunale Ordnungsdienst wegbrechen würden. Es ist eine Richtungswahl, aber nicht zwischen CDU/FDP, die der AfD zu Macht verhelfen, und SPD/Grünen, deren unsoziale Politik den Rechtsruck verursacht hat. Sondern zwischen den bürgerlichen Parteien und der Linken, die mit sozialer Gerechtigkeit die Rechten bekämpft.

Was macht Sie als Mensch aus?

Das kann wohl nur meine Frau beantworten. Niemand kennt selbst alle seine guten und schlechten Seiten. Natürlich habe ich ein Ideal von mir selbst. Nicht, wie ich bin, sondern wie ich sein möchte. Da spielen Eigenschaften wie gründlich, gerecht, abwägend, ausgleichend und einfühlsam eine Rolle. Ich würde mich freuen, wenn meine Familie, aber auch politische Freunde und Gegner sagen könnten, dass mir das ab und zu gelingt. Im Übrigen besteht linke Kritik, wie bereits Marx betont hat, nicht darin, den politischen Gegner moralisch zu verurteilen. Daran versuche ich mich zu orientieren.

Quelle: https://rp-epaper.s4p-iapps.com/artikel/1280444/34254905#

Rheinische Post Online

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